"Gestatten: 30plus"
Zurück in die Zukunft - Neue Chancen für bürgerschaftliches Engagement
Essen, 7. März 2011 - "Ich hatte schon immer mal vor, mich ehrenamtlich für meine Mitmenschen und die Gesellschaft zu engagieren." So wie Anastasios Sahle (37 J.) denken viele in Deutschland. Warum jedoch der guten Absicht oft keine Taten folgen, hat viele Gründe. Ein wesentlicher ist Zeitmangel. Job, Familie, Freundeskreis – die Anforderungen des Alltags sind vielfältig. Wer sich darüber hinaus noch ehrenamtlich engagieren möchte, erwartet Angebote, die genau in die individuelle Lebensplanung passen. Hiervon betroffen sind vor allem die 30- bis 50-Jährigen. Aber auch viele ehemalige Aktive in einer Reihe von Jugendverbänden, die dort nach Vollendung des 30. Lebensjahres nicht mehr aktiv sein dürfen.
Die Suche nach Patent-Rezepten…
...erscheint wenig Erfolg versprechend. Denn "den Ehrenamtlichen" gibt es ebenso wenig wie den "Migranten". Darüber hinaus lassen sich Reformprozesse auch nicht "von oben" verordnen, sondern müssen durch das Nadelöhr vieler Menschen.
Das Projekt
Um vor diesem Hintergrund passgenaue Betätigungsfelder zu entwickeln, die der Lebenswirklichkeit von 30- bis 50-Jährigen entsprechen, hat das Bezirksjugendwerk der AWO Niederrhein das Projekt "30plus- Neues interkulturelles bürgerschaftliches Engagement für und von 30- bis 50-Jährige/n" auf den Weg gebracht. Als Kooperationspartner konnten die AWO Kreisverbände Düsseldorf, Kleve, Leverkusen, Mettmann und Solingen gewonnen werden.
Gemeinsam mit den Kreisverbänden, regionalen Netzwerken und Vereinen von Bürgerinnen und Bürgern mit Zuwanderungsgeschichte werden zurzeit die Möglichkeiten für ein künftiges interkulturelles bürgerschaftliches Engagement ausgelotet, um das enorme brach liegende Potenzial bei den 30- bis 50-Jährigen zu aktivieren.
Karin Kortmann (SPD), Sprecherin der Enquete-Kommission "Zukunft des Bürgerschaftlichen Engagements (1999-2002)", hat die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen. "Junge Menschen haben bei ihrem Engagement oftmals andere Vorstellungen als die, die traditionelle Vereins- und Verbandsarbeit zulässt. Das Gefühl, sich für eine längere Zeit binden zu müssen, schreckt viele von ihnen eher ab. Verbände müssen akzeptieren, dass es neben einem "lebenslangen" Engagement auch ein so genanntes Lebensabschnittsengagement gibt", so Kortmann.
Interview Karin Kortmann
Infos zum "Kulturexpress"
(PDF-Datei, 667 KB)
Das Modellprojekt, das von der Glücksspirale gefördert wird, ist auf drei Jahre angelegt.
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Kontakt und weitere Informationen:
Thomas Bibisidis / Nadia Khalaf
Tel.: 0201/3105-262 oder - 284
E-Mail: Thomas.Bibisidis@awo-niederrhein.de
Nadia.Khalaf@awo-niederrhein.de
Homepage: www.jugendwerk.de

