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KOMM-IN stellt vor: Rheinisch-Bergischer Kreis

kreiswappen_des_kreises_rheinisch-bergischer_kreis_110_pixelPlanen in einer besonderen Dimension:

Das „Handlungskonzept zur Optimierung und Vernetzung der Integration von Migranten im Rheinisch-Bergischen Kreis – kommunales Integrationskonzept“





„Fit für die Zukunft“: kreisweite Integrationsarbeit mit System

Durch gesellschaftliche Entwicklungen wie den demografischen Wandel und zunehmende Standortwettbewerbe sieht sich auch der Rheinisch-Bergische Kreis vor neue Herausforderungen gestellt. Im Rahmen des kreisweit initiierten Strategieprozesses „RBK 2020 - Fit für die Zukunft“ wurden deshalb gemeinsam durch Politik und weitere gesellschaftlich wichtige Akteure aus den kreisangehörigen Städten und Gemeinden zentrale Handlungsfelder ermittelt sowie strategische Ziele und konkrete Projekte zur Förderung des Standortes Rheinisch-Bergischer Kreis beschlossen. Zu den frühzeitig beschlossenen Startprojekten in diesem Prozess gehörte die Entwicklung eines „Handlungskonzeptes zur Optimierung und Vernetzung der Integration von Zuwanderern“ im Kreis. Dabei ging es von Anfang an nicht nur darum, eventuell vorhandene Defizite aufzuzeigen und zu beheben, sondern auch darum, die bereits in Erscheinung getretenen vielfältigen Potentiale der verschiedenen Gruppen zugewanderter Menschen wahrzunehmen und gezielt zur Bereicherung und Stärkung der kommunalen Landschaft zu nutzen.



Kein leichter Start und viel Arbeit: Der „Sozialbericht Integration“ schafft eine gemeinsame Basis.

Um eine systematische, und das heißt transparente, an messbaren Entwicklungen orientierte und gut vernetzte Integrationsarbeit der Akteure im Kreis zu ermöglichen, war zunächst eine umfassende Bestands- und Bedarfsanalyse in Angriff zu nehmen. Was als erster Schritt strategischer Arbeit in einer Kommune selten ein leichtes Unterfangen ist, gerät bei einem kreisumfassenden Projekt schnell zu einer besonderen Herausforderung: Es existierte für den Kreis keinerlei Zusammenstellung vergleichbarer integrationsrelevanter Daten, aus denen sich differenziert Bedarfe in bestimmten Handlungsfeldern ableiten ließen. Abhilfe konnte hier nur die Erstellung eines umfassenden Sozialberichts schaffen. Anhand einer gemeinsam mit den kreisangehörigen Kommunen und kreisverwaltungsinternen Fachbereichen erarbeiteten Liste von Kernkennzahlen wurden zwischen November 2008 und Februar 2009 systematisch Daten zur Lebenssituation der zugewanderten Menschen, bspw. zu Demographie, Altersstruktur, Aufenthaltsstatus, Bildung und Erziehung, gesellschaftlicher Integration sowie Integration in den Arbeitsmarkt, für die kreisangehörigen Kommunen zusammengestellt. Die Datenanalyse dient u.a. als Basis für die Formulierung von Bedarfslagen und die zu entwickelnden Handlungsfelder des Integrationskonzepts. Eine jährliche Aktualisierung der Datensammlung ist vorgesehen.
Darüber hinaus wurden mittels Internetrecherche, Auswertungen von Trägerveröffentlichungen und qualitativer Interviews von 11 Trägern integrationsrelevante Angebote gesammelt und analysiert. Befragt wurden neben Vertretern der Wohlfahrtsverbände ehrenamtliche Mitglieder der Migrantenselbstorganisationen und Kulturvereine sowie Träger der Berufsförderung und der Familienbildungsarbeit. Dabei wurde auch der Stand der Vernetzung thematisiert.



Nicht nur „graue Theorie“: Betroffene haben das Wort!

Bei der Abfassung des Sozialberichts sollte die Lebenssituation von Migranten nicht nur anhand statistischer Daten dargestellt, sondern auch durch die Zielgruppe selber formuliert werden.. Um also Einblicke in die Erwartungen, Ansichten, Ängste und Planungen von Zuwanderern zu erlangen, aus denen Rückschlüsse auf Hindernisse und Potentiale gelingender Integrationsarbeit gezogen werden konnten, wurden im Dezember 2008 und Januar 2009 Schüler mit Zuwanderungsgeschichte und deren Eltern, aber auch Lehrer schwerpunktmäßig zu den Themenbereichen Bildung und Beschäftigung, Sprache, Freizeitverhalten/interkulturelle Begegnungen und Zukunftsoptionen in Interviews befragt. Ebenfalls interviewt wurden integrationsrelevante Beratungsinstitutionen, Einrichtungen und Migrantenselbstorganisationen zu Aspekten wie integratives Selbstverständnis, Zielsetzungen, Qualitätsstandards und Vernetzungsstatus.



Alles andere als ein „Datenfriedhof“: Der „Sozialbericht“ als Steinbruch integrativer Arbeit…

Bestand bei Projektbeginn bei einigen kreisangehörigen Kommunen die Sorge, der anstehende Arbeitsaufwand könne am Ende einen „Datenfriedhof“ generieren, so wurde nach Veröffentlichung der Datenlage allen Beteiligten klar, dass sich am Sozialbericht konkrete Handlungsbedarfe ablesen ließen, die ihrerseits weitere Schritte nahelegten. Insbesondere konnte im Detail aufgezeigt werden, wo trotz lokal vorhandener Netzwerke mit vielfach hochwertigen Angeboten auf Kreisebene eine strukturierte und abgestimmte Förderkonzeption fehlte, wo Angebote sich überschnitten und nur zeitlich befristet aufgelegt werden konnten. Dies führte zum Beispiel recht schnell zur Planung eines Integrationsportals, das unter Mithilfe der Wohlfahrtsverbände in einem KOMM-IN-Folgeprojekt realisiert wird. Die ergänzenden Zuwandererinterviews wiederum verdeutlichten unter anderem, dass sich Jugendliche und Eltern der Bedeutung frühzeitigen Spracherwerbs und der Familie als erster Sozialisationsinstanz bewusst sind. Familienarbeit und eine die ganze Familie umfassende Sprachförderung wurden auch von den Betroffenen selbst als entscheidend genannt: ein wichtiger Indikator hinsichtlich der Motivationslage der analysierten Zielgruppe.



…und als Motor der Gremienarbeit

Die gemeinsame Arbeit der Kommunen im Projekt „Sozialbericht“ beinhaltete die feste Installierung eines Steuerungskreises mit Vertreterinnen und Vertretern der Städte und Gemeinden. Diese wirken zum einen als Entscheider bzgl. der inhaltlichen Ausrichtung und Umsetzung der Projektschritte und zum anderen als Multiplikatoren, indem sie die behandelten Problemhorizonte in die Gremienarbeit der heimischen Kommunen zurücktragen. Dabei zeigte sich, dass auch solche kreisangehörigen Kommunen, die sich bisher aufgrund ihrer Bevölkerungszusammensetzung wenig mit Integrationsbelangen auseinandersetzen mussten, nun begannen, die kommunalen Herausforderungen im Bereich der Integrationsförderung allein schon aufgrund des demographischen Wandels als wichtige Zukunftsherausforderung ihres Gemeinwesens zu definieren.
Gerade durch den regelmäßig konferierenden kreisweiten Steuerungskreis wurde also ein Austauschprozess der Kommunen  untereinander in Gang gesetzt. Dass der Kreis der Motor und Koordinator dieses Prozesses war, förderte somit wichtige Synergieeffekte, welche durch die Kommunen als entlastende Unterstützung wahrgenommen wurden.




Ansprechpartnerin

Sophia Tiemann
Tel.: 02202 13-2523


Email: Sophia.Tiemann@rbk-online.de

Download des Sozialberichtes Integration unter: www.rbk-direkt.de

 


KOMM-IN NRW - Innovation in der kommunalen Integrationsarbeit - eine Förderung durch das Land Nordrhein-Westfalen