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KOMM-IN stellt vor: Stadt Bochum


"Nirgendwo ist es wie im Durchschnitt": Das Bochumer KOMM-IN-Projekt "Integrationsmonitoring 2009" schafft nicht nur Überblick, sondern auch Einblick ins Detail und demonstriert den Fortschritt der konsequenten Integrationsarbeit in der Stadt .









Engagiert von Anfang an…

Bochum gehört zu den KOMM-IN-Teilnehmern der "ersten Stunde". Bereits im Jahr 2005 beteiligte sich die Ruhrgebietsstadt mit einem Projekt, das seinen Ausgangspunkt hatte in der – damals - unzureichenden Informationslage besonders der Neuzuwanderer, aber auch der Ausländerbehörde hinsichtlich der Aktivitäten lokaler Sprachkursträger und Migrationserstberatungseinrichtungen. Um der entsprechend mangelhaften Planung und Koordinierung, und damit auch unregelmäßigen und lückenhaften Durchführung der Kurse abzuhelfen, wurde zunächst in Trägerschaft der VHS ein "Informationsbüro" eingerichtet, das einen Überblick über bestehende Sprachkursangebote, eine ins Internet eingestellte entsprechende Datenbank sowie einen Runden Tisch von Kursträgern und Migrationserstberatern realisieren konnte.



Vom "Informations- zum Integrationsbüro"

Im Zuge der Verstetigung der angeschobenen Aktivitäten nahm zum 01.01.2006 das städtisch geführte "Integrationsbüro" seinen Dienst auf. Auf der Grundlage eines Beschlusses des Bochumer Verwaltungsvorstandes war es federführend verantwortlich für die Erarbeitung eines "Integrationskonzeptes für die Stadt Bochum". Wichtiger Bestandteil dieses Konzeptes war neben der Gründung einer Projektgruppe zum 30. Mai des Jahres die Durchführung der Ersten Integrationskonferenz am 15.September 2006, die von ca. 200 Akteuren aus Politik, Verwaltung, Migrantenorganisationen, Freier Wohlfahrtspflege und Ehrenamt besucht wurde. Die Veranstaltung führte zur Bildung von fünf Fachforen in den Handlungsfeldern "Bildung", "Sprachförderung", "Beschäftigung", "Wohnen" sowie "Arbeit mit Kindern und Jugendlichen".



Gemeinsam Integrationsarbeit voranbringen! - Alle Ebenen werden eingebunden

Den Foren oblag die Erstellung einer Bestandsanalyse, die Bestimmung von Zielen und die Formulierung von Maßnahmeempfehlungen. Erstes sichtbares Produkt ihrer Aktivitäten war das zum 01. Februar 2007 ans Netz gegangene Integrationsportal, das es Bochumer Zuwanderern zum ersten Mal erlaubte, Informationen zu existierenden Integrationsangeboten abzurufen und entsprechende Ansprechpartner in Behörden und bei Trägern und Vereinen zu identifizieren. Gleichzeitig wurden die Akteure selbst in die Lage versetzt, ihre Arbeit wirkungsvoller zu planen und weiterzuentwickeln. Auf einer zweiten Integrationskonferenz am 27.Oktober des Jahres wurden schließlich die Gesamtergebnisse aller Foren der Politik und Fachöffentlichkeit vorgestellt.



…und der Prozess wird zur "Chefsache".

Zu diesem Zeitpunkt wurde  auf der Ebene der Fachforen als auch in Politik und Verwaltung die Notwendigkeit eines "belastbaren Indikatorensets zur Integration" unterstrichen, das die festgestellten Defizite bei der Datenlage im Bereich "Menschen mit Zuwanderungshintergrund" beheben könnte. Ein fachlich begleitetes, indikatorengestütztes Integrationsmonitoring , das Messbarkeit von Integration u.a. auch über die Bildung von Zeitreihen gewährleistet, wurde angesichts der Priorisierung auch durch die Oberbürgermeisterin in Bochum zur "Chefsache".



Externen Sachverstand nutzen! – Die Kooperation mit der Ruhr-Universität Bochum

Das im Förderzeitraum 2008 gestartete Projekt zur Entwicklung eines "Bochumer Integrationsmonitorings (BIMO)" war nicht die erste Gelegenheit zur Zusammenarbeit des Integrationsbüros mit "ZEFIR", dem "Zentrum für interdisziplinäre Regionalforschung" der Ruhr-Universität Bochum. Bereits im Jahr zuvor wurde in Kooperation eine Befragung Bochumer Jugendlicher mit und ohne Zuwanderungshintergrund in ausgewählten Stadtteilen durchgeführt, um die Integrationssituation junger Zuwanderer zu erhellen. Detailliert nachweisbar war dabei zum Beispiel, wie sich Benachteiligungen von Zuwanderern insbesondere im Bildungssystem und auf dem Arbeitsmarkt auswirken; aber auch Zusammenhänge zwischen Herkunftsländern, Religionszugehörigkeit und dem Bildungsstand der Eltern ließen sich aufzeigen.



"BIMO" – ein interaktives Monitoringsystem als Glanzstück der Bochumer "KOMM-IN"-Arbeit

Aufbauend zum einen auf den Zielsetzungen des Integrationsbüros und der konzeptionellen Arbeit in den Handlungsfeldern der Fachforen, zum anderen auf den praktischen Erfahrungen der Vergleichsstudie im vorangegangenen "ZEFIR"-Projekt, stellte das zur Jahresmitte 2009 einsatzbereite Monitoringsystem "BIMO" die logische Konsequenz und gleichzeitig den Höhepunkt der bisherigen KOMM-IN-Aktivitäten in Bochum dar.

Dabei wird die Grundstruktur des Systems gebildet von "Basisindikatoren", die sich vor allem aus Kennzahlen zum Altersaufbau der Bochumer Bevölkerung mit und ohne Zuwanderungshintergrund in den verschiedenen Ortsteilen zusammensetzen, sowie den verschiedenen zu betrachtenden Handlungsfelder und ihren Indikatoren.



Ob Gesamtschau oder Detail: Karten, Listen und Diagramme machen Prozesse sichtbar

Das System ermöglicht jedem Nutzer, in einem bestimmten Handlungsfeld, etwa "Demographie", "Gesundheit" oder "Bildung", Informationen für den kommunalen Bereich, aber auch im regionalen Vergleich oder kleinräumig auf Stadtteile bezogen als Daten, Grafiken oder Karten abzurufen. Tabellen können dabei als "Excel"-Datei weiter bearbeitet oder im "Html"-Format zu Rankinglisten sortiert werden. Die Bedeutung einer kleinräumigen Betrachtungsweise zeigt sich bspw. anhand der gravierenden Unterschiede bei den Zuwandererquoten in verschiedenen Stadtteilen, die in Bochum zwischen 4% und 32% liegen.

In besonderer Weise sind aber die interaktiven Karten des "BIMO" geeignet, Bezüge zwischen unterschiedlichen Datenpools herzustellen. So kann der "User" zum Beispiel Informationen zum Anteil der Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in einem Stadtteil mit parallel aufgerufenen Angaben zu den Übergangsquoten auf weiterführende Schulen zusammenführen und entsprechende Rückschlüsse ziehen. Die Möglichkeit der Zusammenschau der in der Datenbank gespeicherten Parameter erlaubt direkte Einblicke in komplexe Lebenswirklichkeiten unter Berücksichtigung zeitlicher Entwicklungslinien.



Interaktives Integrationsmonitoring: schnell, flexibel und aktuell

Grenzen werden dem System, wie die Projektverantwortlichen feststellen, eigentlich nur hinsichtlich der verfügbaren Daten, die einzupflegen sind, gesetzt. So ist zum Beispiel noch Differenzierungsbedarf bei der bislang lediglich holzschnittartig vorgenommenen Unterscheidung zwischen "Ausländern" und "Deutschen" in den amtlichen Statistiken zu verzeichnen. Auch mussten bspw. Darstellungsdefizite, die durch das Fehler offizieller Angaben zu den jeweiligen Muttersprachen von Zuwandererkindern entstanden, kompensiert werden. Für einige Handlungsfelder lagen zum Zeitpunkt der Systemerstellung noch keinerlei Daten vor.

Die flexible und ausbaufähige Anlage der Website lässt aber für die zukünftige Nutzung eine immer bessere Feinjustierung erwarten. Damit geht "BIMO" weit über herkömmliche statistische Erhebungsmodelle und die meisten verfügbaren Datenbanken im Netz hinaus und vermag wirklich im Detail aufzuzeigen, „wie unterschiedlich die Lebensverhältnisse innerhalb Bochums und der Region sind. Oder, wie es die Betreiber in ihrem Projektbericht quasi als Motto formulierten: "Nirgendwo ist es wie im Durchschnitt."



Ansprechpartnerin

Frau Dogruer-Rütten

Tel.: 0234/ 919-1800

E-Mail: Dogruer-Ruetten@bochum.de

www.bochum.de/integrationsbuero

 


KOMM-IN NRW - Innovation in der kommunalen Integrationsarbeit - eine Förderung durch das Land Nordrhein-Westfalen