KOMM-IN stellt vor: Stadt Iserlohn
„Den Behörden ein Gesicht geben!“
Integrationsbegleitung in Iserlohn
- Der Wunsch nach der „zwischenmenschlichen Ebene“
- Kompetent und kommunikativ – Landsleute werden Ansprechpartner
- „Integrationsbegleitung“ – eine feste Größe in Iserlohn
- Kontakt
Die Stadt Iserlohn konnte bereits auf eine erfolgreiche „KOMM-IN“-Geschichte zurückblicken, als sie zur Jahresmitte 2007 ihr Projekt zum Aufbau eines Systems von Integrationsbegleitern auf den Weg brachte: In den Jahren 2005 und 2006 wurde mit Mitteln des Landes und unter Federführung der Ausländerbehörde eine interaktive Datenbank entwickelt, die die Transparentmachung und Vernetzung der Angebote für zugewanderte Menschen im Raum Iserlohn wesentlich voranbrachte. Insbesondere die nun stets gewährleistete Aktualität der Angebote von Integrations- und Sprachkursträgern verdankt sich dem Einsatz des neuen Mediums.
Der Wunsch nach der „zwischenmenschlichen Ebene“
Von Seiten der Zugewanderten und ihrer Organisationen kam dann der Hinweis darauf, wie trotz der gut entwickelten technischen Infrastruktur die Vermittlung integrationsrelevanter Angebote noch weiter verbessert werden könnte: Auf einer zusätzlichen zwischenmenschlichen Ebene würde der Informationsfluss die Zielgruppe noch effektiver und nachhaltiger erreichen. Diese Idee sollte über ein Netzwerk ehrenamtlich tätiger Menschen mit eigenem Migrationshintergrund realisiert werden, die über ein weites Spektrum von Leistungen informieren und passende Angebote näherbringen können und dabei gleichzeitig als Bindeglied zwischen Behörden, öffentlichen Stellen und Mitmenschen fungieren. Für Hans-Georg Schreiber, Leiter des projektsteuernden „Bereiches Integration und Aufenthaltsrecht“, der vormaligen Ausländerbehörde der Stadt, ging es dabei auch darum, „den Behörden ein Gesicht zu geben.“
Kompetent und kommunikativ – Landsleute werden Ansprechpartner
23 Frauen und Männer aus 14 Nationen waren es schließlich, die in einer umfassenden Qualifizierung zur Integrationsbegleiterin und zum Integrationsbegleiter fit gemacht wurden. Kriterien für die Auswahl unter vielen Kandidaten waren neben dem Bestreben, alle relevanten Nationalitäten der Iserlohner Zuwandererszene abzudecken, unter anderem sprachliche Vielseitigkeit und eine gelungene eigene Sozialisation, die den Ansprechpartnern Glaubwürdigkeit und auch ein wenig Vorbildcharakter verleihen sollte. An 13 Vormittagen in den Oktober- und Novembermonaten 2007 fanden die Schulungen unter der Leitung einschlägiger Referenten statt. Sie beinhalteten zum einen die Vermittlung von Kenntnissen über den Aufgabenbereich verschiedener Anlaufstellen in Iserlohn und Umgebung mit Themen wie Integrationskurse und Sprachförderangebote, Jugendmigration, Integrationsangebote der ARGE, schulische und allgemeine Bildungsangebote, Hilfen zur Erziehung, Angebote für Senioren, das Gesundheitswesen, Leistungen des Frauenhauses, Angebote der Stadtbücherei, Verbraucherberatung und das Programm verschiedener Wohlfahrtsverbände.
Ergänzt wurde die Ausbildung durch das Methoden- und Kommunikationstraining einer Personalentwicklungsfirma. Dabei ging es um den Einsatz und die Deutung von Körpersprache und den Aufbau von Gesprächen, um Fragetechniken, aktives Zuhören, die Aufbereitung und Wiedergabe von Informationen und vieles mehr.
Mit der Verleihung von Zertifikaten schloss der Kurs am 22. November 2007 ab.
„Integrationsbegleitung“ – eine feste Größe in Iserlohn
Gleich nach Erhalt der „Ernennungsurkunden“ absolvierten die ehrenamtlichen Helfer ihre ersten Einsätze: Hilfestellungen bei Behörden, Anwälten, Ärzten und bei der Lösung von Alltagsproblemen gehören seitdem zu den stets wiederkehrenden Tätigkeiten der Integrationsbegleiter, wie Hans-Georg Schreiber, Leiter des Bereichs Integration und Aufenthaltsrecht der Stadt Iserlohn, zu berichten weiß. Wie gut ihre Einbindung in die verschiedenen städtischen Institutionen schon bald gelungen war, zeigt exemplarisch die „Kompetenzagentur der Stadt Iserlohn“, eine Stelle, die Menschen beim Übergang von der Schule in den Beruf betreut und sich regelmäßig der Hilfe der Ehrenamtlichen bedient. Das Engagement der Frauen und Männer wird auch deutlich angesichts einer russischsprachigen Gruppe, die eigenständig eine stadtteilgebundene Hausaufgabenhilfe ins Leben rief.
Auch nach dem offiziellen Abschluss des Projektes finden in Absprache mit dem „Bereich Integration und Aufenthaltsrecht“, dessen Mitarbeiterstab die Integrationsbegleiter angegliedert sind, noch regelmäßig Fortbildungen und Treffen zu relevanten Themenbereichen statt, zu denen interessierte „Nachwuchskräfte“ stets herzlich eingeladen sind. Dass der Idealismus der Frauen und Männer, die ihren Landsleuten zur Seite stehen wollen, ansteckend wirkt, beweist auch die Tatsache, dass die Referenten des Schulungsprojektes auf ihr Honorar komplett verzichteten.
Auch regelmäßige Berichte in der lokalen Presse, den Hörfunkprogrammen von Radio MK und Berichterstattungen der WDR-Lokalzeit spiegeln die Popularität der „Integrationsbegleitung in Iserlohn“ wieder.
Ihr uneigennütziger Einsatz im Projekt hatte für einige der Mitwirkenden auch einen unvorgesehenen, aber umso erfreulicheren Nebeneffekt: Über die ehrenamtliche Arbeit konnten Kontakte geknüpft werden, die in berufliche Betätigungsfelder führten.
Hans-Georg Schreiber
Ressort Sicherheit, Bürger, Feuerwehr
Bereich Integration und Aufenthaltsrecht
Werner-Jacobi-Platz 12
58636 Iserlohn
Tel.: 02371/217-1757
Telefax: 02371/217-2993
E-mail: integration-aufenthaltsrecht-leitung@iserlohn.de
