KOMM-IN stellt vor: Stadt Lünen
Im "Lüner Dialog" ist die Zukunft der städtischen Infrastruktur auch die Zukunft gestalteter Integration
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Vom "Zukunftsdialog Infrastruktur Lünen"...
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…zum "Lüner Dialog – Integration gemeinsam gestalten".
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Von Anfang an "top priority": die Einbindung der Verwaltungs- und politischen Spitzen
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Entscheidende Aufschlüsse…
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…und schnelle Konsequenzen bei "Bildung" und "Partizipation"
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Die Zukunft liegt im "Neuen Lüner Dialog"
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Vom "Zukunftsdialog Infrastruktur Lünen"...
Es war zu Beginn des Jahres 2007, als in der Lippestadt Lünen in Politik und Verwaltung ein umfassender Diskussionsprozess in Gang kam, der sich um einen ungeschönten Blick auf die zukünftige städtische Infrastruktur bemühte. Anlass waren die Entwicklungen in Demografie und Haushalt, die Lünen mit anderen Städten der Region teilt: Das ehemals wesentlich vom Bergbau geprägte Mittelzentrum vollzieht seit mehr als zwei Jahrzehnten einen wirtschaftlichen und sozialen Strukturwandel. In dessen Verlauf wird die Stadt demografischen Prognosen gemäß im Jahre 2020 gegenüber heute bis zu 6000 Einwohner verloren haben. Dabei wird die Bevölkerungsabnahme –verteilt über die ganze Stadt- in Bereichen unattraktiver Wohnlagen, wie Hauptverkehrsstraßen, stattfinden. Größere Leerstandsgebiete sind jedoch nicht zu erwarten. Ebenfalls vom Wandel betroffen ist der lokale Arbeitsmarkt, der bereits einen Verlust von 20.000 Arbeitsplätzen hinnehmen musste. Deutlich wurde in diesem Zusammenhang auch, dass Menschen mit Zuwanderungsgeschichte sowohl von mangelhaften Wohnsituationen wie auch von Arbeitslosigkeit überproportional betroffen sind.
Im "Zukunftsdialog Infrastruktur Lünen" engagierten sich in den Jahren 2007 und 2008 Fachleute aus Politik, Verwaltung und verschiedensten Organisationen, aber auch interessierte Bürger, um der kommunalen Situation insbesondere angesichts knapper Haushaltsmittel angemessen zu begegnen. Nach einer verwaltungsinternen Planungs- und Aktivierungsphase wurden zwischen April und Juli 2007 thematische Workshops mit verwaltungsexternen Akteuren zu den Themengebieten "Arbeit und Wirtschaft", "Wohnen", "Bildung und Kultur" sowie "Sport und Freizeit" durchgeführt. Dem folgten in einer "Operationalisierungsphase" bis Ende 2007 unter anderem Workshops zur weiteren Präzisierung von Leitlinien und Modellprojekten und vertiefende Fachgespräche.
…zum "Lüner Dialog – Integration gemeinsam gestalten".
Lünen blickt zurück auf eine lange Tradition kommunaler Integrationsarbeit. Davon legen unter anderen der seit 1981 bestehende Ausländerbeirat und Einrichtungen wie der "Treffpunkt Konradplatz" und das "Multikulturelle Forum" Zeugnis ab. Deshalb dauerte es nicht lange bis zur Einsicht, dass das Thema "Demografie und Infrastruktur" auch eines ist, das, in den Worten der Verantwortlichen, "eine Standortbestimmung und Neuausrichtung der kommunalen Integrationspolitik als wichtiges Teilelement einer zukunftorientierten Stadtentwicklung erfordert."
So wurde im Sommer 2007 ein zweiter Prozess initiiert, der bewusst auf die bereits bewährte personelle Zusammensetzung und die Themengebiete des laufenden "Zukunftsdialogs" zurückgriff. Trotz der vielfältigen Aktivitäten und mancher gutgemeinter Initiativen gab es bis dahin kein abgestimmtes integrationspolitisches Handlungskonzept. Wie in den meisten Kommunen liefen vor Aufnahme der konzeptionellen KOMM-IN-Arbeit Vorhaben und Maßnahmen nebeneinander her, oftmals in gegenseitiger Unkenntnis oder aber in Konkurrenz zueinander.
Von Anfang an "top priority": die Einbindung der Verwaltungs- und politischen Spitzen
Zwei Zielsetzungen sollten die Integrationsarbeit der in den Startlöchern stehenden KOMM-IN-Kommune Lünen in Schwung bringen:
1. der Aufbau eines Systems strategischer Steuerung und gesamtstädtischer Vernetzung aller in Lünen relevanten Integrationsakteure, sowie
2. die Entwicklung von Zukunftsstrategien zur Förderung der Integration mit Entscheidungsträgern aus Politik und Verwaltung.
Um diese Vorgaben verlässlich umzusetzen, wurden als zentrale Gremien eine Lenkungs- und Planungsgruppe gebildet. Erstere bestand neben dem Bürgermeister, den Dezernenten und der Gleichstellungsbeauftragten aus den Mitgliedern der verwaltungsinternen Planungsgruppe, die sich ihrerseits aus leitenden Vertretern der Fachbereiche Bürgerservice und Soziales sowie Kinder, Jugend und Familie, der Volkshochschule, der Abteilung Ausländerangelegenheiten, dem Migrationsbeauftragten, dem ersten Beigeordneten und Mitarbeitern des Bürgermeisterbüros rekrutierte. Damit waren die politischen und Verwaltungsspitzen –ganz im Sinne der KOMM-IN-Philosophie- von Anfang an taktgebend eingebunden. Gleichzeitig konnten die Beteiligten feststellen, dass "in der Stadtverwaltung Lünen erstmals ein Gremium entstand, in dem das Thema Integration bereichsübergreifend thematisiert wurde."
Auch die Workshoparbeit zur Realisierung des zweiten Ziels "Entwicklung von Zukunftsstrategien…" gestaltete sich als Premiere: "Nach so vielen Jahren der Zuwanderung war es das erste Mal, dass sich die Spitzen aus Verwaltung und Politik gemeinsam mit den demokratisch gewählten Vertreterinnen und Vertretern der Menschen mit Zuwanderungsgeschichte über ihre Anliegen und Vorbehalte austauschen konnten", wussten die Projektleiter zu berichten. Sichtbare Produkte dieser aufblühenden Dialogkultur waren vier eingerichtete Arbeitszirkel, die sich mit "Wirtschaft und Arbeit", "Bildung und Erziehung", "Stadtentwicklung" und darüber hinaus mit dem "Interkulturellen Dialog" auseinandersetzten.
Entscheidende Aufschlüsse…
Die im Jahre 2007 geleistete Grundlagenarbeit zeigte den Lüner Projektmachern, dass in zwei Bereichen ein vorrangiger Handlungsbedarf bestand:
Das KOMM-IN-Folgeprojekt in 2008 zielte deshalb einerseits auf die Entwicklung der kommunalen Bildungslandschaft zur Unterstützung von Kindern mit Zuwanderungsgeschichte, zum anderen auf die Förderung der Partizipation und gesellschaftlichen Teilhabe zugewanderter Bürger.
…und schnelle Konsequenzen bei "Bildung" und "Partizipation"
Um den Einstieg in die Arbeit praxisnah zu gestalten und möglichst schnell erste Abstimmungserfolge zu erzielen, konzentrierten sich die Akteure beim Thema "Bildung" auf den Aufbau eines Kooperationsnetzwerks im Bereich Kindergarten und Grundschule und zwei ausgewählte Lüner Sozialräume. Zwei "Sozialraumworkshops" fanden dazu in den Stadtteilen Lünen-Süd und Brambauer unter Mitwirkung von Vertretern der Grundschulen, KiTas, Kirchen und Moscheen, der Erziehungshilfen,
Migrantenselbstorganisationen, der Sportvereine sowie Repräsentanten der Parteien und der Kommune statt und führten zu konkreten Kooperationsvereinbarungen zu "Elterntrainings", "Leseprojekten", der Einbindung von Moscheevertretern in die Stadtteilkonferenzen, der Zusammenarbeit mit Sportvereinen und der Fortbildung in Grundschulen und KiTas. In den Sozialraumworkshops wurde auch der Wunsch nach Konzepten im Umgang mit Eltern zugewanderter Kinder laut. Konsequent wurden deshalb Workshops zur Interkulturellen Orientierung organisiert, bei denen den Teilnehmern aus den unterschiedlichen Einrichtungen Wissen zur Erstellung eigener passgenauer Strategien vermittelt wurde.
Auf der abschließenden "Bildungskonferenz" am 18.Dezember 2008, auf der der offizielle Startschuss zum Aufbau der kommunalen Bildungslandschaft in Lünen durch Bürgermeister Hans-Wilhelm Stodollick fiel, wurde dann auch die Ausweitung der in den Modellworkshops gewonnenen Erkenntnisse auf das gesamte Stadtgebiet in einer "Lüner Erklärung zur kommunalen Bildungslandschaft" verbindlich festgeschrieben.
Auch im Handlungsfeld "Förderung der Partizipation" konnten ermutigende Erfolge erzielt werden: In Workshops mit Mitgliedern des Migrationsrates und weiteren Akteuren wurde die Vielfalt von Mitwirkungsmöglichkeiten vermittelt und in Handlungsempfehlungen bspw. die Notwendigkeit weiterer Bildung junger Zuwanderer zum Thema sowie die Forderung einer Vernetzung eingesessener Ehrenamtsstrukturen mit der von Zuwanderern niedergelegt.
Weitere Wirkung erzielte schließlich ein Workshop im November 2008, mit dem an die positiven Erfahrungen des Dialogs zwischen den kommunalpolitischen Entscheidern sowie Migrantenvertretern im vorangegangenen KOMM-IN-Projekt angeknüpft wurde. Dabei wurden die Ergebnisse noch einmal aufbereitet und man kam überein, im Rahmen des zukünftigen "Lüner Dialogs" mindestens einmal jährlich in einem Treffen die aktuellen Entwicklungen im Bereich "Partizipation" zu bewerten und zu justieren.
Die Zukunft liegt im "Neuen Lüner Dialog"
Dass die Arbeit mit dem Landesprogramm KOMM-IN bei Lünens politischen Entscheidungsträgern spürbaren Eindruck hinterlassen hat, bezeugt die offizielle Zusammenführung der beiden Dialogprozesse zu einem „Neuer Lüner Dialog“ benannten Strukturansatz durch einen Grundsatzbeschluss des Rates vom 30.10.2008. Auf der Basis "gemeinsamer Leitlinien und Handlungsempfehlungen" soll "die Umsetzung von Maßnahmen zur Infrastruktur und Integration vor dem Hintergrund der demografischen Veränderungen" gefördert werden. Dabei wird der Rat bei allen Entscheidungen zur Infrastruktur in besonderer Weise die erarbeiteten integrativen Gesichtspunkte berücksichtigen und Kommunikationsstrukturen zwischen Zuwanderern und kommunalpolitischen Entscheidern unterstützen. Auf einer Jahreskonferenz im Januar 2009 fiel der Startschuss für die neue Struktur, die von einer Steuerungsgruppe unter Leitung des Bürgermeisters gelenkt wird und in sechs Arbeitsgruppen in dem aus den vorangegangenen Prozessen bekannten inhaltlichen Spektrum organisiert ist. Auf einer jährlichen Konferenz sollen die jeweils aktuellen Ergebnisse des zunächst bis 2014 geplanten Prozesses vorgestellt werden.
Bestandteil des "Neuen Lüner Dialogs" waren auch zwei weitere KOMM-IN-Projekte in den Jahren 2009 und 2010 zu den Themenbereichen "Zuwanderer als Kulturmittler im Stadtteil" (2009) und 2010 zur Sichtung und Optimierung von finanziellen Unterstützungssystemen für Zuwanderer mit dem Titel "Chancen für Familien mit Zuwanderungshintergrund".
Ansprechpartner
Herr Engelbertz, Integrationsbeauftragter (bis 29.10.2010)
Tel.: 02306/104-1524
E-Mail: willi.engelbertz.08@luenen.de
Rüdiger Freiberg, Büro Bürgermeister
Tel.: 02306/104-1233
Telefax: 02306/104-1219
E-Mail: ruediger.freiberg.02@luenen.de

