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KOMM-IN stellt vor: Stadt Witten

wappen_von_witten-70pxGemeinsam sind alle Gewinner – Das Wittener Internationale Netzwerk (WIN) ist das Herz der Integrationsarbeit in der Stadt

Der Wunsch nach einem Neuanfang

Die Ausgangsbedingungen waren alles andere als ideal, als Claudia Ertel im Jahre 2005 die Stelle der Integrationsbeauftragten der Stadt Witten übernahm:

Es existierte kein legitimierter und von der Stadt anerkannter Ausländerbeirat. Bestehende Selbstorganisationen zugewanderter Menschen waren weder in kommunale Strukturen eingebunden noch untereinander vernetzt. Vor solchem Hintergrund konnte von einer zufrieden stellenden Vertretung von Zuwandererinteressen nicht die Rede sein.

Die Möglichkeit einer Projektförderung beim Aufbau tragfähiger Integrationsstrukturen durch das damals frisch aufgelegte Landesprogramm KOMM-IN kam in dieser Situation gerade recht. Geplant war zunächst eine separat vorgenommene Vernetzung von Zuwandererorganisationen einerseits, sonstigen mit Integrationsarbeit befassten kommunaler Akteuren auf der anderen Seite. Auf vier einschlägigen Veranstaltungen zwischen September und Dezember 2005 mit Vertretern der Selbstorganisationen, der Wohlfahrtsverbände, der Politik und weiteren Organisationen und Trägern wurde das geplante Projekt überaus positiv aufgenommen und gleichzeitig Übereinkunft erzielt, ein gemeinsames Netzwerk aller Wittener Akteure mache mehr Sinn. Von Anfang an nämlich wurde von Zuwanderern der Wunsch geäußert, es mögen auch deutsche Vereine und Organisationen beteiligt werden, um Abschottungstendenzen keine Chance zu geben..


beraterteam_2006-200pxWIN – Orientierung für 113 Nationen!

Was dann zunächst als Unternehmen der Stadt, der Wittener Caritas und 10 ausländischer Vereine begann, konnte bei der Herausgabe eines „Beratungsführers“ für Zuwanderer Anfang 2006 bereits auf die Mitarbeit von 40 Wittener Zuwandererorganisationen mit über 100 beteiligten Menschen bauen. Der Ratgeber, der allen Neuankömmlingen in der Ausländerabteilung der Stadt in die Hand gedrückt wird, informiert nicht nur über verschiedene Zuwanderergruppen und ihre Aktivitäten in einem immerhin 113 Nationen beherbergenden Gemeinwesen, sondern auch zu allen wichtigen öffentlichen Anlaufstellen und Institutionen des täglichen Lebens.


Vier Arbeitskreise - Keimzellen Wittener Integrationsarbeit!

Um eine effektiv strukturierte Arbeit im Wittener Internationalen Netzwerk zu ermöglichen, wurden vier ehrenamtlich tagende Arbeitskreise zu den Themengebieten „Freizeit“, „Sprache, Bildung, Arbeit“, „Kultur; Religion“  sowie „Gesundheit“ gebildet, die sich zu Keimzellen von Aktionen und Projekten der kommunalen Integrationsarbeit entwickelten. Durch die Arbeit des Zirkels „Kultur und Religion“ bspw. sollen Wittener Bürgerinnen und Bürger verschiedener Religionen, Weltanschauungen und kultureller Prägungen miteinander bekannt werden. So führte ein Projekt der Runde unter dem Titel „Weißt Du, wer ich bin?“ im November 2006 in Gebetshäuser christlicher, islamischer, jüdischer und der Bahá`i-Religionsgemeinschaften. Etwa 100 Wittner lernten die jeweiligen Zeremonien und Praktiken kennen und kamen mit Vertretern der Gemeinden ins Gespräch.

Der Arbeitskreis „Sprache, Bildung, Arbeit“ widmete sich von Anfang an besonders dem Problem mangelnder Deutschkenntnisse bei Kindergarten- und Schulkindern. Das Zusammenwirken von Fachleuten und engagierten Laien führte dabei zum Projekt „Erste Schritte“, das in KiTas stattfindet und spielerisch  zum Gebrauch der deutschen Sprache ermutigt. Diese Frühförderung, die auch die Eltern von Kindern mit Zuwanderungsgeschichte einbezieht, wird von Mitgliedern des Arbeitskreises durchgeführt, die von Erziehern und Kinderärzten unterstützt werden. Bereits vier Monate nach dem Projektstart konnten deutliche sprachliche Fortschritte verzeichnet werden. Die Erfolge waren „sowohl auf das Engagement der Mitarbeiter als auch auf die methodische Gestaltung des Projektes zurückzuführen. In der Gruppe sind so viele Nationalitäten, dass die Teilnehmer keine andere Wahl haben, als sich in Deutsch zu unterhalten“, stellte eine verantwortliche Mitarbeiterin fest.


Das Netzwerk als „Ideenbörse“

Nachdem die Organisation einer „Ideenbörse“ bereits im September 2005 Teil der Auftaktveranstaltungen zur Bildung von WIN war, stellte sich schnell heraus, dass sowohl die turnusmäßigen Netzwerktreffen als auch die regelmäßigen Sitzungen der Arbeitskreise sich zu einer permanenten Ideenbörse entwickelten.

So konnten, inspiriert durch die gemeinsame Arbeit in den WIN-Zirkeln, in den letzten Jahren eine ganze Reihe von Projekten angeschoben werden, zum Teil auch mit erneuter Unterstützung durch das Förderprogramm KOMM-IN:

Die Online-Datenbank www.win-witten.de dient als Informations- und Vernetzungsinstrumentarium der kommunalen Integrationsarbeit. Sie fasst Angebote, Workshops, Kurse usw. für zugewanderte Menschen zusammen und dient zugleich als Plattform für die Selbstdarstellung der Zuwandererorganisationen. Damit trägt sie auch entscheidend zur weiteren Perfektionierung und Professionalisierung des WIN-Netzes bei.

blickpunkt_lotsendienst_01-200pxUnter Mitwirkung der Caritas und mit maßgeblichem ehrenamtlichem Einsatz von WIN-Mitgliedern ist es gelungen, ein Integrationslotsensystem aufzubauen, das zugewanderten Menschen bei der Bewältigung ihres Alltags in einer fremden Gesellschaft unterstützt. Was im Jahre 2008 als Pilotprojekt begann, ist mittlerweile eine feste Größe im Wittener Netzwerk. Mit Integration befasste Fachdienste der Stadt greifen in wachsendem Maße auf das Laienhelfersystem zurück. Derweil bieten gemeinnützige Vereine und Organisationen ihre Unterstützung  bei der weiteren Verbesserung des Lotsensystems an.

Ein Projekt zur politischen Partizipation von Zugewanderten, das besonders vor dem Hintergrund von Problemen mit dem ehemaligen Ausländerbeirat und den anstehenden Wahlen zum Integrationsrat Bedeutung gewann, führte zur Bildung einer ca. 30-köpfigen, multinationalen Gruppe, deren Mitglieder sich über die Möglichkeit politischer Mitwirkung austauschen und bereit sind, im Integrationsrat mitzuwirken. Sie haben zwischenzeitlich übrigens die Wittener Internationale Liste gegründet und stellen sich am 7.2.2010 zur Wahl.

Jüngstes Projekt, wiederum unterstützt durch KOMM-IN, war die Erstellung eines „Bildungsfahrplans für Witten“: Nach umfangreichen Bestandsaufnahmen und Befragungen zur Situation und zu den Problemlagen von Zuwandererkindern und ihren Eltern konnte ein handliches, mehrsprachiges und auf den Fragehorizont zugewanderter Menschen abgestimmtes Kompendium herausgegeben werden, das wichtige Informationen zum deutschen  Kindergarten- und Schulsystem enthält. Integrationsbeauftragte Claudia Ertel betont, dass auch dieses Unternehmen ohne die ehrenamtliche Arbeit von WIN nicht möglich gewesen wäre.


WIN – erfolgreich und effektiv

newsletter_1_geschafft-200pxDas „Wittener Internationale Netzwerk“ ist in der Öffentlichkeit bekannt und anerkannt. Es wird, wie Claudia Ertel weiß, immer wieder von Verwaltung, Politik und Presse zu Rate gezogen. Außer im regelmäßig erscheinenden netzeigenen „Newsletter“ wird es auch häufig in Publikationen der lokalen Politik vorgestellt.

Entscheidend für den Erfolg aller WIN-Aktivitäten aber sei, so die Integrationsbeauftragte, die Mitwirkung zugewanderter Menschen. Dabei sei ihre zahlreiche Beteiligung für sich schon eine Erfolgsgeschichte. Insbesondere die Möglichkeit zur Selbstdarstellung im Online-Portal, der Einsatz als Integrationslotsen und die Auseinandersetzung mit politischen Mitwirkungsmöglichkeiten steigere das Selbstbewusstsein dieser für das gesellschaftliche Leben gewonnenen Mitbürger.

WIN: Das bedeutet in Witten für Zugewanderte aus aller Welt, ernst genommen zu werden und eine aktive Rolle im sozialen Leben der Stadt zu spielen.


 

852009_123519_vorstellung-bild-fahrpl_654_-_200pxAnsprechpartnerin

Claudia Ertel
Stabsstelle Integration, Internationale Beziehungen und Städtepartnerschaften
Telefon: 02302/581-1011
E-Mail: integration@stadt-witten.de



KOMM-IN NRW - Innovation in der kommunalen Integrationsarbeit - eine Förderung durch das Land Nordrhein-Westfalen