Interkultureller Kalender
Tischá beAw
Der 9. Aw wird in Trauer begangen und ist ein besonderer Fastentag. An Tischá beAw (תשעה באב) wird einen ganzen Tag lang (von Abend bis Abend) gefastet.
Nach der Mischna (wichtigste Sammlung religionsgesetzlicher Überlieferungen des rabbinischen Judentums) haben sich 5 Unglücke am neunten Aw ereignet, die dem Fasten zugrunde liegen:
- Dem Volk Israel wurde in der Wüste angekündigt, dass es noch 40 Jahre zu wandern habe.
- Salomons Tempel und das Königreich Juda wurden 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört, und die Judäer wurden gefangen nach Babylon verbannt.
- Der zweite Tempel wurde 70 n. Chr. durch die Römer zerstört, wodurch die Judäer in alle Welt zerstreut wurden.
- Bar Kochbas Revolte gegen Rom schlug fehl, Simon bar Kochba wurde umgebracht.
- Zerstörung Jerusalems.
Zu Tischá beAw wird jeglicher Schmuck aus den Synagogen entfernt. Es wird auf elektrisches Licht verzichtet, es bleibt dunkel. Während des Gebetes wird aus den Klageliedern vorgelesen.
Kurz vor dem Fasten nimmt man eine spezielle Mahlzeit zu sich. Seuda Ha'maf sekes - Ein gekochtes Ei, Brot und Wasser. Das Ei soll an den Kreislauf des Lebens erinnern. Diese Mahlzeit wird auf dem Boden sitzend gegessen, als Symbol der Trauer.
An Tischá beAw rasieren sich die Männer nicht, die Frauen verzichten auf Make-up. Es werden keine Schuhe aus Leder getragen. Man vermeidet Freude und gefährliche oder risikoreiche Unternehmungen. Nicht einmal die Tora darf gelesen oder studiert werden, ausgenommen von Stellen, die sich auf Trauer beziehen.
Jeglicher Schmuck wird aus den Synagogen entfernt. Es wird auf elektrisches Licht verzichtet, es bleibt dunkel. Während des Gebetes wird aus den Klageliedern vorgelesen.
Hinweis: Die Inhalte haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Foto: © Jüdische Kultusgemeinde
