Fortbildung "Konflikte und ihre Dimensionen erkennen" erstmals im KfI durchgeführt
Die Lernwerkstatt I wurde vom 29. 08. – 30. 08. 2008 im Kompetenzzentrum für Integration für Mitarbeiter in Kommunen und Verbänden und für lokale Akteure und Vereine in der Integrationsarbeit durchgeführt.
Der Ansatzpunkt des Seminars orientiert sich an der täglichen Praxis der hauptamtlich beschäftigten Personen. Es ist davon auszugehen, dass es auch im interkulturellen Kontext bei den mit unterschiedlichen Erwartungen agierenden zu verschiedenen Konflikten kommt. Daher geht der Trainer des Seminars, Sedat Cakir, davon aus, dass Konflikte in modernen Gesellschaften immer auftreten können.
Differenzen, d.h. Unterschiede jeglicher Art, wird es immer geben, wo Menschen miteinander arbeiten und leben. In Verbindung mit der unterschiedlichen kulturellen Haltung der Beteiligten kann die interkulturelle Dimension zu unüberbrückbaren Hindernissen bei der Konfliktklärung führen.
Typisch für viele Konflikte ist, dass sich alle Beteiligten als Opfer fühlen. Sie haben die Kontrolle über die Situation verloren und sind „Getriebene“, die auf die Angriffe der anderen Partei reagieren müssen.
Um wieder handlungsfähig zu werden, ist ein Verständnis der Hintergründe und Gesetzmäßigkeiten von Konflikten hilfreich.
An diese Grundannahmen werden die Teilnehmenden des Seminars mit unterschiedlichen Methoden herangeführt, um Möglichkeiten zu erkenne, Konflikte zu reduzieren bzw. Handwerkszeug zu erlangen, um eine Deeskalation frühzeitig zu ermöglichen.
Das Konfliktmanagementkonzept von Sedat Cakir, einem Diplom Sozialpädagogen, der seit vielen Jahren in der kommunalen Verwaltung tätig ist, basiert auf dem Modell der „Konflikteskalation nach Friedrich Glasl“.
In der Lernwerkstatt I ging es vor allen darum, die Konfliktpotentiale zu erkennen, den Verlauf von Konflikteskalationen wahrzunehmen und Ansätze einer lösungsorientierten Konfliktbearbeitung zu entwerfen.
Anhand von Praxis- und Fallbeispielen haben die 13 Teilnehmer/innen gelernt, einen Konflikt mit der passenden Methode zur Lösungsfindung zu analysieren.
Sehr positiv wurde von den Teilnehmenden die Möglichkeit wahrgenommen, untereinander in einen regen Erfahrungsaustausch zu gehen, um so weitere Möglichkeiten des Handelns und Agierens bei aufkommenden Konflikten besprechen zu können. Dies war insbesondere deshalb von großer Bedeutung, weil mehrere Menschen mit Zuwanderungsgeschichte an dem Seminar teilnahmen. Der Austausch fand darüber hinaus nach dem offiziellen Tagesabschluss statt, da die Teilnehmenden im Kompetenzzentrum übernachteten.
Vom 07.11. – 08. 11. 2008 bietet das KfI ein weiteres Konfliktmanagementseminar an, die Lernwerkstatt II. Dann wird das Thema weiterbehandelt und intensiviert, indem das Thema „Umgang mit Konflikten erlernen“ noch stärker in den Mittelpunkt rückt und Strategien für die Konfliktbearbeitung erarbeitet, Basismethoden für Interventionen des Konfliktmanagements erlernt und persönliche Grundeinstellungen zu sozialen Konflikten überdacht werden sollen.
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