Bezirksregierung Arnsberg

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Workshop des Kompetenzzentrums für Integration am 13.11.2008

Teilnehmer des Workshops

Justizvollzugsbedienstete informierten sich über die Aufnahme und Integration von Spätaussiedlern

Vor dem Hintergrund, dass russlanddeutsche Inhaftierte das Personal in Justizvollzugsanstalten vor besondere Herausforderungen stellen, führt das Kompetenzzentrum für Integration Fortbildungen zum Thema „Die unbekannten Deutschen – Spätaussiedler unter uns“ durch.  Ziel dieser Veranstaltungen ist, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Justizvollzugsanstalten Wissen über die Aufnahme und Integration von Spätaussiedlern zu vermitteln. Kooperationspartnerin ist dabei die JVA Hamm.

Dr. Stefan Buchholt begrüßte am 13.11.2008 wieder eine Gruppe von  26 Justizvollzugsbediensteten, die aus 7 JVA nach Unna-Massen gekommen waren, und gab ihnen zunächst einen Überblick über die vielfältigen Aufgaben des Kompetenzzentrums.

Danach referierte Klaus-Dieter Hübner sehr anschaulich über die geschichtlichen Zusammenhänge der Aussiedlung, die vielen Workshop-Teilnehmern weitgehend unbekannt waren. Die künstlerische Aufarbeitung des   Schicksals der Russlanddeutschen während und nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dabei anhand einiger Kunstwerke russlanddeutscher Künstler in den Focus gerückt.

Joachim Finsterbusch erläuterte die aktuellen vertriebenenrechtlichen Aufnahmevoraussetzungen für Spätaussiedler und ihre Familienangehörigen. „Durch  die  Novellierung des Zuwanderungsrechtes haben sich die Aufnahmekriterien deutlich verschärft, weil nunmehr auch Familienangehörige des Spätaussiedlers vor der Ausreise Grundkenntnisse der deutschen Sprache nachweisen müssen. Dies führte letztlich zu einem deutlichen Rückgang der Einreisezahlen“, erklärte er.

WorkshopIm Hinblick auf das Integrationsgeschehen  spätausgesiedelter Menschen beleuchtete wiederum Dr. Buchholt etliche Aspekte misslungener Integration. „Die vielfältigen Anstrengungen der Integration in den Kommunen führen dazu, dass sich die Menschen gut in das Alltagsleben einfinden. Abweichende Verhaltensformen finden sich nur bei einer kleinen Minderheit, die aber häufig in der Presse besonders wahrgenommen wird,“ so Buchholt.

Lydia Adler von der JVA Hamm  berichtete über die von russischsprachigen Inhaftierten gelebte Subkultur in den Haftanstalten.  Sie stellte ein in Hamm derzeit durchgeführtes Projekt vor, mit dem dieser „Kultur“ begegnet werden soll. „Ganz wird man dieses System nicht abschaffen können, aber uns gelingt es, durch Kontaktpflege und intensive Gespräche zu den Gefangenen Vertrauen aufzubauen und Einzelne aus dem System zu holen,“ betont sie.

Danach wurden mit den Teilnehmern Probleme und Lösungsmöglichkeiten, die in Justizvollzugsanstalten mit russlanddeutschen Gefangenen auftreten, diskutiert.   Die Workshop-Teilnehmer sprachen sich dafür aus, das „Hammer Erfolgsprojekt“ in andere Justizvollzugsanstalten zu übertragen. Insgesamt haben sie die im Workshop vermittelten  Informationen und das Hintergrundwissen über die Aufnahme und Integration von Spätaussiedlern als sehr gewinnbringend für die tägliche Arbeit mit russischsprachigen Inhaftierten empfunden.


Rückblick-Übersicht der Tagungsveranstaltungen des Kompetenzzentrums für Integration