Workshop am 11.11.2009
„Die unbekannten Deutschen - Spätaussiedler unter uns“
Vor dem Hintergrund, dass die wachsende Anzahl russlanddeutscher Inhaftierter das Personal in Justizvollzugsanstalten vor besondere Herausforderungen stellt, führt das Kompetenzzentrum für Integration Fortbildungen zum Thema „Die unbekannten Deutschen – Spätaussiedler unter uns“ durch.
Ziel dieser Veranstaltungen ist, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Justizvollzugsanstalten, aus Kommunen und anderen Behörden, bei Verbänden der freien Wohlfahrtspflege und anderen Organisationen fundiertes Wissen über die Aufnahme und Integration von Spätaussiedlern zu vermitteln.
Kooperationspartner ist dabei die Justizvollzugsanstalt Hamm.
Die Themen
Spätaussiedler: Historische Hintergründe
Vor 250 Jahren wanderten Deutsche nach Russland aus und trugen in beträchtlichem Umfang zur wirtschaftlichen Entwicklung des Zarenreiches bei. Ihre Geschichte und ihr Schicksal, insbesondere während des Zweiten Weltkrieges und danach, ist eine wenig bekannte Geschichte von Vertreibung, Repression, Zwangsarbeit, Leid und Tod.
Das Schicksal der Deutschen aus Russland in künstlerischer Aufarbeitung
Anhand einiger Kunstwerke wird das besondere Schicksal der Russlanddeutschen in den Fokus gerückt.
Grundzüge des Spätaussiedleraufnahmeverfahrens
Die aktuellen vertriebenenrechtlichen Aufnahmevoraussetzungen für Spätaussiedler und ihre Familienangehörigen werden vorgestellt. Durch die Novellierung des Zuwanderungsrechts ist es zu einem deutlichen Rückgang der Einreisezahlen gekommen.
Aspekte misslungener Integration
Welche Bedingungen tragen zur Integration bei und welche Schwierigkeiten belasten Menschen aus der ehemaligen UdSSR im Integrationsprozess?
Dieser Fragestellung wird innerhalb des Vortrags und der Diskussion nachgegangen. Hierbei geht es um eine Annäherung an den Begriff „Integration“, um Entwicklungsphasen innerhalb des Prozesses des Einlebens und um einige Hinweise auf empirische Befunde. Spätaussiedler werden zwar innerhalb der JVA als besondere Gruppe wahrgenommen, fallen aber in der Gesellschaft als Gruppe nicht durch abweichendes Verhalten auf.
Erfahrungen von Mitarbeitern einer Justizvollzugsanstalt mit Spätaussiedlern
Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalt Hamm berichten über die von russischsprachigen Inhaftierten gelebte Subkultur in den Haftanstalten. Sie stellen ein in Hamm derzeit durchgeführtes Projekt vor, mit dem dieser „Kultur“ begegnet werden soll.
Erfahrungsaustausch und Diskussion zu Schwierigkeiten der Integration und Resozialisierung
Tagungsflyer (PDF-Datei, 2 MB)
