Spätaussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion
Informationen zu Geschichte, Aufnahme in Deutschland und Integration
Termin: 04.11.2010, Dortmund
Seit Mitte der 1980er-Jahre kommen in verstärktem Maße Spätaussiedler aus der früheren Sowjetunion nach Deutschland. Ihre Integration verläuft in aller Regel problemlos. Trotz dieser positiven Bilanz lässt sich nicht leugnen, dass es auch Spätausiedler gibt, die inhaftiert sind und das Personal in Justizvollzugsanstalten vor besondere Herausforderungen stellt.
Vor diesem Hintergrund führt das Kompetenzzentrum für Integration Veranstaltungen durch. Ziel dabei ist es, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus Kommunen und Behörden, von Verbänden der freien Wohlfahrtspflege, anderen Organisationen und aus Justizvollzugsanstalten Wissen über die Geschichte, das rechtliche Aufnahmeverfahren und die Integration von Spätaussiedlern zu vermitteln. Kooperationspartnerin ist die Justizvollzugsanstalt Hamm.
Zielgruppe
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Kommunen und Behörden, von Verbänden der freien Wohlfahrtspflege, anderen Organisationen und aus Justizvollzugsanstalten.
Themen
Spätaussiedler: Historische Hintergründe
Vor 250 Jahren wanderten Deutsche nach Russland aus und trugen in beträchtlichem Umfang zur wirtschaftlichen Entwicklung des Zaren insbesondere während des Zweiten Weltkrieges und danach, ist eine wenig bekannte Geschichte von Vertreibung, Repression, Zwangsarbeit, Leid und Tod.
Das Schicksal der Deutschen aus Russland in künstlerischer Aufarbeitung
Anhand einiger Kunstwerke wird das besondere Schicksal der Russlanddeutschen in den Fokus gerückt.
Grundzüge des Spätaussiedleraufnahmeverfahrens
Die aktuellen vertriebenenrechtlichen Aufnahmevoraussetzungen für Spätaussiedler und ihre Familienangehörigen werden vorgestellt. Durch die Novellierung des Zuwanderungsrechts ist es zu einem deutlichen Rückgang der Einreisezahlen gekommen.
Aspekte misslungener Integration
Welche Bedingungen tragen zur Integration bei und welche Schwierigkeiten belasten Menschen aus der ehemaligen UdSSR im Integrationsprozess? Dieser Fragestellung wird innerhalb des Vortrags und der Diskussion nachgegangen. Hierbei geht es um eine Annäherung an den Begriff „Integration“, um Entwicklungsphasen innerhalb des Prozesses des Einlebens und um einige Hinweise auf empirische Befunde. Spätaussiedler werden zwar innerhalb der JVA als besondere Gruppe wahrgenommen, fallen aber in der Gesellschaft als Gruppe nicht durch abweichendes Verhalten auf.
Erfahrungen von Mitarbeitern einer Justizvollzugsanstalt mit Spätaussiedlern
Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalt Hamm berichten über die von russischsprachigen Inhaftierten gelebte Subkultur in den Haftanstalten. Sie stellen ein in Hamm derzeit durchgeführtes Projekt vor, mit dem dieser „Kultur“ begegnet werden soll.
Erfahrungsaustausch und Diskussion zu Schwierigkeiten der Integration und Resozialisierung
Referenten des Kompetenzzentrums
Dr. Stefan Buchholt
Joachim Finsterbusch
Referenten der Justizvollzugsanstalt Hamm
Uwe Kuhn (Suchtberater)
Lydia Adler (Sozialarbeiterin)
Veranstaltungsort
Bezirksregierung Arnsberg
Goebenstraße 25, 44135 Dortmund
(keine kostenfreien Parkplätze vorhanden)
Veranstaltungsorganisation
Bezirksregierung Arnsberg
Dezernat 36 – Kompetenzzentrum für Integration
Schloßstraße 14, 59821 Arnsberg
Ansprechpartner
Renate Knölke, Tel.: 02931/822915
Dietmar Faltus, Tel.: 02931/822917
Flyer zum Workshop (PDF, 2 MB)
