Chronik
Die Landesstelle für Aussiedler, Zuwanderer und ausländische Flüchtlinge in Nordrhein-Westfalen, Unna-Massen, ab 2008: Kompetenzzentrum für Integration war von 1951 - 2009 die erste wichtige Station für viele Zuwanderinnen und Zuwanderer in einer neuen Heimat.
Das erste Durchgangslager für Nordrhein-Westfalen wurde 1945 in Siegen gegründet, 1951 verlegte die Landesregierung die Einrichtung nach Unna-Massen.
Insgesamt gesehen war die ursprüngliche Landesstelle in Unna-Massen bisher für mehr als 2 Millionen Menschen aus über 100 Ländern der Erde erste Anlaufstelle des Landes Nordrhein-Westfalen. Dabei hat sie sich im Laufe der Zeit vom „Hauptdurchgangslager“ zum "Kompetenzzentrum für Integration" gewandelt.
November 1945
Die britische Militärregierung gründet in der Wellersberg-Kaserne in Siegen das Hauptdurchgangslager für deutsche Kriegsflüchtlinge und Vertriebene. Diese stammten vor allem aus Schlesien, Pommern und Ostpreußen aber auch aus anderen Ländern Osteuropas.
1948
Zum 1. April 1948 übernimmt der Sozialminister des Landes Nordrhein-Westfalen die Einrichtung.
1951
Am 20. Mai 1951 beginnen in Unna-Massen die Bauarbeiten für die neue Landesaufnahmestelle mit 1.500 Plätzen. Die Verlegung der Siegener Einrichtung nach Unna-Massen erfolgt Anfang Dezember 1951.
17. Juni 1953
Volksaufstand in der DDR
1956-1958
Vor dem Hintergrund des großen Zustroms von Flüchtlingen aus der DDR wird die Liegenschaft in zwei Bauabschnitten auf 153 Häuser erweitert. Die Aufnahmekapazität steigt dadurch auf 3.000 Personen. Darüber hinaus errichtet die Landesregierung NRW in anderen Bundesländern weitere sog. Gastlager.
13. August 1961
Bau der Berliner Mauer
1961
Bis zum Mauerbau erreicht die Zahl der Zugänge aus der DDR in diesem Jahr mit 32.087 Menschen einen Höhepunkt.
1978 – 1992
Vom 1. Juni 1978 bis 31. Oktober 1992 wird die Außenstelle Bergkamen-Oberaden mit 400 Plätzen geführt. Dort werden ausländische Flüchtlinge und Asylbewerber untergebracht.
1978 – 1980
Das Schiff „Kap Anamur“ rettet mehrere Tausend „Boatpeople“ aus Indochina. Ein großer Teil dieser Flüchtlinge wird in der Landesstelle Unna-Massen aufgenommen.
1980 – 1999
Das ehemalige Durchgangswohnheim Waldbröl wird ab 1. Januar 1980 als Außenstelle der Landesstelle Unna-Massen weitergeführt. In Waldbröl werden familienorientierte Sprach- und Berufsförderungsmaßnahmen für Aussiedler durchgeführt. Nach Schließung der Außenstelle zum 31.12.1999 werden die Fördermaßnahmen in Unna-Massen fortgesetzt.
1984 - 1993
Die Landesstelle wird vorübergehend auch zuständig für die Unterbringung und Verteilung von Asylbewerbern in Nordrhein-Westfalen.
9. November 1989
Fall der Berliner Mauer
1987– 1990
Konsequenz aus Gorbatschows Reformpolitik „Perestroika“ und „Glasnost“: Die Ausreisen Russlanddeutscher aus der Sowjetunion steigen kontinuierlich an. Mehr als 420.000 Aussiedler aus Osteuropa sowie Übersiedler aus der DDR werden in diesem Zeitraum in der Landesstelle aufgenommen.
1988 – 1989
Aufgrund der stark ansteigenden Zugänge wird die Aufnahmekapazität der Landesstelle auf 3.600 Plätze erweitert.
Zur Aufnahme der Übersiedler aus der DDR werden vorübergehend 65 Außenstellen mit über 9.000 Plätzen eingerichtet.
Außerdem errichtet die Landesstelle zwei neue Verwaltungsgebäude.
1990
Die Landesstelle nimmt im Rahmen einer humanitären Hilfsmaßnahme 900 albanische Botschaftsflüchtlinge auf.
1990/1991
Seit dem Zerfall des kommunistischen Systems kommen hauptsächlich Spätaussiedler und jüdische Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion nach Unna-Massen.
1990
Nach einer gesetzlichen Änderung des Bundesvertriebenengesetzes werden die Bundesländer durch den Bund beim Aufnahmeverfahren für Spätaussiedler beteiligt. Zuständige Behörde für die Erteilung der Aufnahmeentscheidungen des Landes Nordrhein-Westfalen gegenüber dem Bundesverwaltungsamt in Köln ist die Landesstelle Unna-Massen.
1991
Im Rahmen einer humanitären Regelung zwischen Bund und Ländern werden jüdische Zuwanderer aus den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion in Deutschland aufgenommen. Die Aufnahme, die Verteilung auf die Kommunen sowie die Abstimmung mit den jüdischen Kultusgemeinden übernimmt in Nordrhein-Westfalen die Landesstelle Unna-Massen.
1992
800 Bürgerkriegsflüchtlinge aus Bosnien-Herzegowina werden auf Grund einer humanitären Vereinbarung zwischen Bund und Ländern in Unna-Massen aufgenommen.
1994
Die Landesstelle wird durch den Bau von sechs Wohnhäusern erneut erweitert.
1999
Rund 1.000 Bürgerkriegsflüchtlinge aus dem Kosovo werden unter großer Anteilnahme der Bevölkerung für einige Monate in der Landesstelle untergebracht.
2005
Seit dem 7. Juli 2005 ist die Landesstelle dem neu geschaffenen Integrationsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen zugeordnet.
2008
Die Landesstelle für Aussiedler, Zuwanderer und ausländische Flüchtlinge in Nordrhein-Westfalen wurde am 01.01.2008 als "Kompetenzzentrum für Integration" in die Bezirksregierung Arnsberg eingegliedert und im Jahre 2009 erfolgte der Umzug an den Sitz der Bezirksregierung.
Publikationen

50 Jahre
Landesstelle Unna-Massen
Faltblatt zum 50-jährigen Bestehen der Landesstelle (PDF-Datei, 3 MB)
