20 Studentinnen und Studenten der Ruhr-Universität Bochum besuchten das Kompetenzzentrum
Am 27.06.2008 besuchten 20 Studentinnen und Studenten der Fachrichtung Slawistik mit ihrem Seminarleiter, Oberstudienrat Dr. Holger Gemba, das Kompetenzzentrum für Integration in Unna. Hintergrund des Besuches ist das Seminarthema „Spätaussiedler“, mit dem sich die Studierenden in diesem Semester auseinandersetzen. Knapp die Hälfte von ihnen hat selbst einen Migrationshintergrund.
Joachim Finsterbusch vom Kompetenzzentrum gab einen Überblick über die geschichtlichen Zusammenhänge der Aussiedlung und schilderte anschaulich das Schicksal der Russlanddeutschen und die rechtlichen Aufnahmebedingungen nach dem Bundesvertriebenengesetz.
„Aufgrund der Tatsache, dass die Russlanddeutschen in besonders schwerwiegender Weise von den Folgen des 2. Weltkrieges betroffen waren, werden sie auch heute noch als Spätaussiedler in Deutschland aufgenommen. Allerdings haben sich durch die Novellierung des Zuwanderungsrechts die Aufnahmekriterien deutlich verschärft“, erklärt Joachim Finsterbusch. Hierüber wurde mit den Studierenden intensiv diskutiert.
Die Studierenden zeigten sich von den rechtlichen Hintergründen der Zuwanderung nach Deutschland zum Teil sehr überrascht. Insbesondere die strenge Anknüpfung an das ausschließliche Bekenntnis zum deutschen Volkstum als Voraussetzung für den Erwerb des Spätaussiedlerstatus war vielen Teilnehmern nicht bekannt. Dr. Gemba bedankte sich ausdrücklich für die pointierte und zusammenfassende Darstellung der zum Teil sehr komplexen Sachverhalte.
Dieter Hetmann erläuterte die vielfältigen Aufgaben des Kompetenzzentrums in Bezug auf die hier untergebrachten Menschen. „Vor allem die erste Zeit nach der Ausreise ist von entscheidender Bedeutung für die spätere Integration. Hier stehen vor allem sprachliche und berufliche Fördermaßnahmen im Mittelpunkt“, betont er.
Klaus Nauditt vom Kompetenzzentrum führte die Gruppe zum Abschluss ihres Besuches durch die Liegenschaft. Die Studierenden erhielten dadurch einen Eindruck über die vielseitige Infrastruktur der Einrichtung.
Dr. Gemba war mit der Veranstaltung rundherum zufrieden. „Es gibt wenige Einrichtungen, in die man fahren kann und einen so umfänglichen und profunden thematischen Überblick erhält.“
(Foto: Dr. Holger Gemba inmitten der Gruppe der Studierenden, rechts die drei Referenten des KfI: Klaus Nauditt, Dieter Hetmann und Joachim Finsterbusch)
Dieter Hetmann und Joachim Finsterbusch, 1.7.2008
