"VIRA" vernetzt Spätaussiedlerorganisationen in Nordrhein-Westfalen
Über zwei Bewilligungsbescheide in Höhe von 111.000 Euro freut sich der Vorsitzende der „Vereinigung zur Integration der russlanddeutschen Aussiedler“ (VIRA), Alexander Kühl. Er war extra aus Düsseldorf angereist, um den Bescheid aus den Händen von Dr. Stefan Buchholt vom Kompetenzzentrum für Integration der Bezirksregierung Arnsberg entgegen zu nehmen. Das Geld fließt in ein Projekt zum „Aufbau eines landesweiten Netzwerkes für Spätaussiedler in NRW“ und in die Wanderausstellung „Schicksal in Bildern“.
Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, einerseits die Eigeninitiative der Landsleute zu fördern und diese landesweit zu organisieren und zu vernetzen, andererseits die einheimische Bevölkerung über die Geschichte und das Schicksal der Deutschen aus Russland zu informieren.
„Mit diesen Förderungen können wir die im Jahre 2007 begonnene Arbeit intensiv weiterführen. So haben wir bereits in vielen Städten und Kreisen dafür gesorgt, dass sich die Spätaussiedler engagieren und die Vereine und Gruppierungen das Netzwerk ausbauen“, so Alexander Kühl.
In Nordrhein-Westfalen leben ca. 700.000 Spätaussiedler, von denen sich viele ehrenamtlich um die Integration der Landsleute bemühen. Diese Gruppen arbeiten selbstständig oder auch mit Unterstützung größerer Organisationen, wie der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, dem Bund der Vertriebenen oder den Wohlfahrtsverbänden.
Der Verein „VIRA“ arbeitet jetzt verstärkt an der landesweiten Vernetzung dieser Vereinigungen, um eine Koordinierung und damit auch Optimierung ihrer Aktivitäten und Bemühungen zu erreichen. Momentan haben sich etwa 30 Vereine dem Integrationsnetzwerk angeschlossen, weitere 14 haben sich zur Zusammenarbeit bereiterklärt. Dazu wurden in insgesamt zehn Regionen so genannte Vernetzungsknoten gebildet, die schwerpunktmäßig in folgenden Themenfeldern zusammenarbeiten: Berufliche Integration, Pädagogik und Elternarbeit, Integration durch Sport, Integration durch Kultur und Jugendarbeit.
Ein zweiter Förderschwerpunkt ist die Wanderausstellung „Schicksal in Bildern“. In ihr wird die Geschichte der Deutschen aus Russland in Bildern des Künstlers Günther Hummel präsentiert. Der historische Bogen spannt sich dabei von der Auswanderung Deutscher nach Russland, über die Verfolgung und Deportation während des 2. Weltkrieges bis hin zu den Verfolgungen und Diskriminierungen im 20. Jahrhundert. Organisiert wird die Ausstellung von Dr. Heinrich Neugebauer.
Jari Wieschmann 26.05.2008
